Freitag, 27. Juni 2014

Carmens Stern – Tausend Möglichkeiten

Häufig werde ich gefragt, wie ich auf die Modelle gekommen bin, die ich mit der Zeit entwickelt habe. Meine Antwort klingt banal, aber so ist es nun mal, ich probiere einfach aus, was geht. Vielleicht gibt es ein Form, die mich interessiert oder eine Faltsequenz, die ich besonders spannend finde.
Ist ein Modell gefunden, das grundlegend funktioniert, beginne ich es zu optimieren – braucht man wirklich so viel Papier oder, wenn es aus einem Rechteck  gefaltet wird, geht es nicht auch aus einem Quadrat? In dieser Phase schaue ich auch, ob man einen Farbwechsel einbauen kann, also ein Modell bei dem man beide Seiten des Papiers sehen kann.

Manchmal muss ich mir an dieser Stelle eingestehen, dass es einfach nicht weiter geht. Das Modell, über das ich heute schreibe, stellt aber das absolute Gegenteil dar.
Alles begann 2012 mit einem kleinen Stern, den ich nach einer lieben Freundin "Carmens Stern" benannte. Immer wieder habe ich mir dieses Modell geschnappt und geschaut, ob man noch mehr damit anstellen kann. Ab und zu landete ich dabei in einer Sackgasse, meist dadurch bedingt, dass sich die Module jeweils überlappen. Doch bedeutend öfter fand ich etwas Neues. Mittlerweile kann ich schon auf eine kleine Kollektion an Modellen schauen, die alle auf dem gleichen Faltprinzip aufgebaut sind.
Genau diese Kollektion möchte ich heute vorstellen – scrollt einfach etwas nach unten, denn zunächst möchte ich den Besuchern, die kein Deutsch sprechen das Ganze auch noch einmal kurz erklären.

Often I am asked how I designed the models I presented during the previous years. My answers seems to be a bit lame, but this is the truth, I just try different folds until I come up with something that works. Maybe I am trying to make a special shape or like to use a special folding sequence.
When I’ve found a model that works in general, I start to optimize it – do I really need that much paper or – if it’s made of a rectangle – can it be folded out of a square too? In this time I also check for possibilities to get a colourchange, to see both sides of the paper.

Sometimes I have to accept that there are no more changes possible. But the model I’m writing about today is the total opposite.
Everything started in 2012 with a little star that I named after a dear friend Carmen’s Star. On and on again I worked on the model, to find out what else I can do with it. From time to time I got stuck, mostly because the units overlap each other. But much more often I found something new. By now I already have a nice collection of models based on the same idea.
This collection I’d like to present to you today – from now on the German and English texts are put together:

 
Den Anfang macht der Stern selbst. Man kann ihn in drei Farbvarianten falten und es gibt dazu sogar eine kleine Bastelpackung bei Schöne Papiere.de
Let’s start with the star itself. There are three colourvariations and as a special you can buy the instruction in a small craft kit on Schöne Papiere.de.


Mit ein paar weiteren Faltungen am Modell ändert sich das Erscheinungsbild des Sterns deutlich.
With some more changes on the model the appearance of the star changes a lot.


Reduziert man dagegen den Faltaufwand, kommt man zu dieser kleinen und sehr einfachen Blüte, die man auch zu einer sehr schönen Windmühle machen kann.
Less folding is possible too, this leads to a beautiful small blossom that can also be used as a beautiful pinweel.

Die Windmühle dreht sich super gut - It is spinning soooo goood

Als nächstes versuchte ich eine Kugel aus 30 Modulen zu erstellen. Es gab auch ein funktionierendes Modul – sogar zwei verschiedene – doch beide Modelle sind sehr instabil und sehen sehr schnell eher wie ein Ei aus.
The next step was to create a globe of 30 units. There is a working model – until now already two – but both of them are quite unstable and tend to get an egg-like shape.


Daher konzentrierte ich mich auf etwas anderes, auf Blüten. Das fand letzten Sommer statt,  als mir nicht so sehr nach Sternen war. Kurzerhand formte ich die Spitzen des Carmens Stern in Blütenblätter um. Ich kam gleich auf eine ganze Reihe an leicht unterschiedlichen Blüten.
So I concentrated on something different, on blossoms. This was last summer, when I couldn’t think of stars and instead shaped the tips of the Carmen’s Star like petals. I came up with a whole bunch of slightly different blossoms.















 Vier Monate später sah es dann schon wieder anders aus, da probierte ich die Technik an Papierstreifen aus und – wahrscheinlich inspiriert von der Arbeit von Hans Werner Guth – kam auf eine ganz andere Art Kugel, nicht aus 30 Modulen, sondern nur aus acht. Das geht wesentlich schneller und je nachdem, wie man sie farblich gestaltet, kann man sie als Weihnachtsbaumkugeln oder neutrale Deko verwenden.
Four months later everything had changed. This time I tried to adapt the technique on paperstrips. The result might have been influenced by Hans Werner Guth’s work, it was a globe but not made of 30 units but only of eight. This is done much quicker and, depending on the used paper, you can take it as a Christmas ball or as a neutral decoration.


Das ist es bis jetzt, doch glaubt mir, es gibt noch so viele weitere Modelle, die ich schon fertig habe, aber noch fotografieren muss oder die gerade noch in der Entwicklungsphase sind. Und wer weiß, was mir als nächstes einfällt...
So that's it for now, but there are so many more models I already made and just have to take pictures of and some that are in the developing process these days. And who knows what comes to my mind tomorrow...

Kommentare:

  1. Liebe Tine, ein wunderschöner Eintrag. Da ich das Glück hatte, das Modell schon von dir zu erlernen kann ich sagen, dass ich ein Fan der Windmühle bin. Sie dreht sich sehr gut und gerade das schönste zweifarbige Papier verwende ich dafür. Einfach toll :)

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  2. Tine ich bin begeistert was du da aus deinem Modul, Carmen Star, alles gefunden hast. Auch bei mir zählt er zu den Lieblingen <3

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  3. Hallo Tine, ich bin begeistert von Deinem schönen Stern. Er ist wundervoll. Und dazu trägt er auch noch meinen Namen. :))))

    Ganz liebe Grüße, Carmen

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  4. Vielen lieben Dank an Euch Drei für die schönen Kommentare!

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  5. Hallo Tine,
    ich habe mir auf der Hobby-Messe in Leipzig ein Set mit Anleitung von Dir gekauft. Die Module sind schnell gefaltet, aber ich bekomme das Zusammenstecken nicht hin. Die Zeichnung ist für mich nicht lesbar.
    Kannst Du mir irgendwie helfen ?
    Viele Grüße Synnöve

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    1. Hallo Synnöve,
      ich habe Dir eine E-Mail geschrieben

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  6. Tut mir leid... aber deine Seiten sind unübersichtlich....
    und leider auch sehr "kaufmännisch" - d.h. auf s Verkaufen aufs verkaufen getrimmt....schade eigentlich, denn das Falten sollte doch nicht wie bei den Amis etc. immer gleich vom "verdienen" begleitet sein, sondern ein Hobby, das NUR spass macht! Leider eben....

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    1. Hallo Hans,
      es tut mir leid, dass Du dieser Meinung bist. Lass mich Dich deshalb ein wenig auf meinem Blog herumführen. Ganz oben, direkt unter dem Banner findest Du eine kleine Menüleiste, die die Seiten Diagramme und Kontakt enthält.
      Deiner Aussage zufolge scheinst Du nach Origami Anleitungen zu suchen, die Dich kein Geld kosten. Gehe dazu auf die Seite "Diagramme" und Du findest 12 Anleitungen, die ich völlig kostenfrei und nur mit der Bitte versehen, selbst keinen Profit daraus zu schlagen, zur Verfügung stelle. Ich gebe Dir Recht, dass ich mit der Pflege des Blogs nicht ganz auf dem Laufenden bin, denn weitere kostenfreie Diagramme gibt es zum Beispiel in diesem Blogeintrag: http://kalami-kalami.blogspot.de/2014/12/halbjahresruckblick.html - Bitte etwas runterscrollen, wenn Du keine Lust hast den ganzen langweiligen Text zu lesen - und in diesem Eintrag: http://kalami-kalami.blogspot.de/2014/01/a-little-bird.html
      In der Tat biete ich zwei meiner Modelle als Bastellpackungen zum Verkauf an, es liegt nun im Ermessensraum meiner Leser, zu entscheiden, ob das Verhältnis 14 gratis Anleitungen zu 2 zu kaufenden Anleitungen als "kaufmännisch" eingestuft werden muss.
      Dennoch möchte ich zu bedenken geben, dass hinter einem Origamimodell und seiner Anleitung immer viele Stunden Arbeit stecken, die leider häufig nicht so gesehen werden. Natürlich macht mir das Ganze auch Spaß, aber über ein Stück weit Aerkennung freut man sich eben auch.

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